büdlich, 09.11.2016, von Thieltges Markus

Wenn es mal keine Verbindung gibt

Fachgruppen Führung/Kommunikation Trier/Landau/St. Ingbert und Teileinheiten des Technischen Zuges (Ortsverband Trier) üben gemeinsam im Landkreis Bernkastel-Wittlich.

In Thalfang -Landkreis Bernkastel-Wittlich- ist eine Weltkriegsbombe bei Ausschachtungsarbeiten für ein Wohnhaus in der Ortsmitte gefunden wurden. Aufgrund der schweren Beschädigung des Zünders der Weltkriegsbombe wurde eine Notsprengung vor Ort angeordnet. Somit ordnete die Einsatzleitung die Evakuierung der Ortslage an. 
Die Fachgruppe Führung/Kommunikation (FK) Trier hatte den Auftrag, einen Bereitstellungsraum im Bereich Büdlicherbrück einzurichten und zu betreiben. 

Dies war die Ausgangslage für eine ganztägige Übung.
Die FGr. FK wurde tatkräftig vom Team der ersten Bergungsgruppe 1 unterstützt. Personaleinsatz über die Grenzen der einzelnen Fachgruppen hinweg gehörte zu den Lernfeldern der Übung.

Eine weitere Aufgabe für die Einsatzkräfte war der Aufbau umfangreicher Kommunikationsverbindungen innerhalb des Bereitstellungsraum und des vorgelagerten Meldekopfes mit Telefon und Internet.
Eine besondere Herausforderung war dabei, dies alles mit der Ausstattung des Fernmelde- bzw. des Führungs- und Kommunikationstrupp der FGr. FK Trier zu erreichen.

Zuerst wurde die Führungsstelle mittels eines SG 300 Zelt und dem Anhänger "Führung und Lage" aufgebaut und durch die Bergungsgruppe 1 mit Strom aus Aggregaten sichergestellt. Anschließend erhielt der Fernmeldetrupp den Auftrag, an einem Telekom-Verteilerpunkt der Telekom AG unter Anleitung von Mitarbeitern der Telekom AG Trier, mittels 2-adrigem Feldkabel Telefonie, Internet und Fernsehsignal an die ca. 300 m entfernte Führungsstelle zu bringen.
Hierbei galt es, eine Landstraße mithilfe von Hochbaumaterial zu überbrücken. Anschließend wurde das Feldkabel an die mobile Telekommunikationsanlage OpenCOM 1010 angebunden, die wiederum die Führungsstelle und anschließend den vorgelagerten Meldekopf versorgte.
Zusätzlich richtete der Führungs- und Kommunikationstrupp durch Einsatz einer Richtantenne eine parallele Anbindung an das öffentliche Mobilfunknetz, sowie die DECT-Versorgung des Bereitstellungsplatzes, ein.

Um gegen die schlechte Bündelfunkversorgung in der Ortslage anzugehen, erhielt der Führungstrupp den Auftrag, eine Gateway-Anbindung und Repeaterversorgung des Bereitstellungsraums zu betreiben. So  konnte der IuK-Trupp des Katastrophenschutzes Birkenfeld den Bereitstellungsraum über das TETRA-Bündelfunk trotz schlechter Funkabdeckung in diesem Bereich, erreichen.
Um diese Verbindung zu ermöglichen, wurde ein 6 m hoher pneumatischer Mast am zuvor funktechnisch ausgemessenem Platz aufgebaut. 

Nach Abschluss der Anbindung der Führungstellung des Bereitstellungsraum an Telefonie, Internet, Fernsehen sowie an das TETRA-Bündelfunknetz, wurde der vorgelagerte Meldekopf in ca. 600 m ebenfalls mittels 2-adrigem Feldkabel an die Führungsstelle angebunden. Dieser Meldekopf wurde durch den Führungskraftwagen FGr. FK Landau gestellt und betrieben. 

Ganz zufällig war die Aufgabenstellung allerdings nicht. Timo Reuland, Auszubildener der Telekom AG in Trier, nutzte die Aufgabenstellung zur Umsetzung seiner Abschlussprojektarbeit mit dem Thema "Vernetzung einer Führungsstelle im Nah- und Fernbereich mittels Ausstattung der FGr. FK".
Die Ergebnisse dieser Projektarbeit werden dem THW anschließend zur Verfügung gestellt.
Thomas Lehnart, Mitglied der FK Trier, betreut die Abschlussarbeit in seiner Funktion als Ausbilder bei der Telekom AG, Standort Trier.
Von Seiten des THW wird das Projekt von der Geschäftsstelle Trier unterstützt und betreut. 
Zur Projektarbeit selbst werden wir einen gesonderten Bericht auf unserer Homepage einstellen.

Wir bedanken uns bei unseren Kameraden aus Landau und St. Ingbert für die sehr gute Zusammenarbeit. Diese Übung war bereits die zweite gemeinsame Ausbildungsveranstaltung in diesem Jahr. 
Auf gute Verbindungen im Jahr 2017!


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